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„Der Trend wird genäht“

In der achten Klasse wollten wir ein eigenes Modelabel gründen, haben uns einen tollen Namen ausgedacht und waren enttäuscht, als wir diesen auf dem Pullover einer Klassenkameradin (heißt das noch so?) lesen mussten.

Schneiderpuppen

Trotzdem haben uns die Modezeitschriften von Burda weiter fasziniert. Wir rannten in selbst genähten Hosen und Röcken rum und waren wahnsinnig stolz, dass wir diese selbst fabriziert hatten. Die Schnittmuster kamen aus den Zeitungen oder aus dem Stoffladen in der nächsten Stadt.

Heute steht die Nähmaschine im Keller und staubt vor sich hin. Die Modezeitschrift Burda gibt es immer noch, auch wenn sie in die Jahre gekommen ist. Die Schnittmuster kann man sich zwar mittlerweile online bestellen, aber herunterladen?

ww.burdastyle.com macht es in den USA, Australien und England schon möglich. Die Seite hat sich irgendwann letztes Jahr in meine Bookmarks verirrt und wurde gerade dank eines Interviews mit Nora Abousteit wieder reaktiviert. Nach dem Konzept DIY-Fashion (do-it-yourself-Fashion) wurde das Erbe des Hauses Burda in ein neues Konzept verpackt, leider noch nicht in Deutschland- scheint aber geplant zu sein.

Die Seite verbirgt eine Community, in der Nutzerinnen und Nutzer Schnittbögen herunterladen können, sowohl für den Drucker zu Hause, als auch in der Größe für den Copyshop nebenan (gilt nur für die, die von burdastyle eingestellt wurden). Das Herz sind die Entwürfe der Community, die man bewerten, kommentieren und als Favoriten markieren kann.  Es werden Wettbewerbe ausgeschrieben, die Community wählt die schönsten Designs aus und diese werden dann auch professionell umgesetzt. Durch einen Klick weiß jeder bei Facebook, welches Lieblingsschnittmuster man gerade hat, man kann sich untereinander vernetzen, an die profileigenen Wall Nachrichten schreiben etc.

Das Erlösmodell (Werbung, Download, Affiliatemarketing etc.) klingt ausgeklügelt und ich bin gespannt, ab wann es eine deutsche Version gibt und wie diese dann ankommt. Eine Integration von DaWanda (bzw. Kooperation), wie es bereits bei burdafashion.com der Fall ist, wäre dann sicher auch nicht schlecht.

So, dann gehe ich mal die Nähmaschine entstauben…

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